Berufsbild Schwimmmeister: Aufgaben, Vergütung & Voraussetzungen

Um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten, müssen der Badebetrieb beaufsichtigt und die Wasserqualität sowie technische Anlagen überwacht werden. Zuständig hierfür sind Fachangestellte für Bäderbetriebe, früher auch Bademeister oder Schwimmmeister genannt.

Hier erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Beruf – von den Aufgaben, über die Voraussetzungen und die Ausbildung bis hin zur Vergütung. Machen Sie sich selbst ein Bild von diesem abwechslungsreichen Tätigkeitsfeld und schauen Sie, ob Ihr Fazit mit unserem übereinstimmt.

Inhalte dieses Beitrags

Das Wichtigste auf einen Blick

Fachangestellter für Bäderbetriebe gewährleisten die Sicherheit und die Wasserqualität in Schwimmbädern. Hier ein kurzer Überblick über den Beruf:

  • Aufgaben: Betreuung der Badegäste & Überwachung der technischen Anlagen
  • Ausbildung: dreijährig, dual
  • Gehalt: Einstieg: rund 2.000 bis 2.200 Euro brutto pro Monat; mit wachsender Berufserfahrung: rund 2.300 bis 3.100 Euro brutto pro Monat
  • Geeignet ist der Beruf für Personen, die sich am und im Wasser wohlfühlen, sportlich sind, gern mit Menschen arbeiten und technisches Verständnis besitzen.
  • Voraussetzungen: Keine bestimmte Vorbildung erforderlich (mittlerer Bildungsabschluss bevorzugt). Jedoch ist Nachweis der gesundheitlichen Eignung, Führungszeugnis, Erste-Hilfe-Kurs, Rettungsschwimmerschein von Vorteil.

Aufgaben & Verantwortungsbereiche

Fachangestellte für Bäderbetriebe betreuen und beaufsichtigen die Badegäste und gewährleisten die Sicherheit in Schwimmbädern.

Überwachung des Badebetriebes

Die umgangssprachlich auch als Bademeister oder Schwimmmeister bezeichneten Fachkräfte kontrollieren Eintrittskarten und achten auf die Einhaltung der Badezeiten. Am Beckenrand bewahren sie den Überblick und reagieren bei Notfällen sofort. Den Rettungsring griffbereit, sind sie jederzeit darauf vorbereitet, ins Becken zu springen und Hilfe zu leisten. Sie:

  • retten Ertrinkende,
  • führen bei Bedarf Wiederbelebungsmaßnahmen durch,
  • greifen ein, wenn jemand trotz Verbots vom Seitenrand in das Becken springt, und
  • leisten Erste Hilfe bei kleineren Verletzungen.

Bei Diebstahl oder Belästigung von Badegästen ergreifen Fachangestellte für Bäderbetriebe die erforderlichen Maßnahmen und setzen die Polizei in Kenntnis. Sie leiten Badbesucher bei wassergymnastischen Übungen an und erteilen Schwimmunterricht. Sofern sie die entsprechende Berechtigung besitzen, dürfen sie auch Schwimmprüfungen abnehmen.

Prüfung und Betrieb von Schwimmanlagen

Um Sauberkeit und Hygiene zu gewährleisten, entnehmen Fachangestellte für Bäderbetriebe regelmäßig Wasserproben und kontrollieren diese auf Verunreinigungen, Chlorgehalt und den pH-Wert. Täglich prüfen sie die Temperatur und die Qualität des Beckenwassers, die Wasseraufbereitungsanlagen sowie weitere technische Einrichtungen. Unter anderem gehört es zu ihren Aufgaben:

  • die Bädertechnik zu bedienen und technische Betriebsfunktionen zu überwachen,
  • Sport- und Spielgeräte in ihrem Zuständigkeitsbereich zu pflegen und zu warten,
  • Desinfektionsmittel ins Schwimmwasser zu geben und Schwimmbecken zu säubern und zu desinfizieren,
  • bei Raum-, Geräte- und Flächendesinfektionen und weiteren Reinigungsarbeiten mitzuarbeiten.

Darüber hinaus kümmern sich die Bademeister um die zum Schwimmbad gehörenden Freiflächen und Grünanlagen und halten die Wege sauber.

Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltungsaufgaben

Um das Image des Badewesens zu fördern, führen Bademeister Informationsveranstaltungen durch, organisieren Wettkämpfe und betreuen Veranstaltungen von Sportvereinen und Schulen. Überdies obliegen ihnen Verwaltungsaufgaben wie:

  • Abrechnen der Eintrittskarten,
  • Anfertigen von Betriebsberichten,
  • Führen von Unfallmeldebüchern,
  • Erstellen von Besucherstatistiken,
  • Erstellen der Teilnehmerlisten für Schwimmkurse.

Voraussetzungen an Bewerber: Das sollten Sie für den Beruf mitbringen

Schwimmmeister sind nicht nur Aufsichtspersonen am Beckenrand, sondern auch Kontrolleure, Sicherheitsbeauftragte, Lehrer und Animateure. So vielfältig wie das Tätigkeitsfeld sind auch die Voraussetzungen für diesen Beruf.

Allgemeine Voraussetzungen

Um als Fachangestellter für Bäderbetriebe arbeiten zu dürfen, benötigen Sie eine abgeschlossene Berufsausbildung. Bezieht die Tätigkeit einen Umgang mit Minderjährigen ein, ist unter Umständen die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses notwendig. Zudem brauchen Sie in aller Regel ein Rettungsschwimmerabzeichen.

Persönliche Kompetenzen

Fachangestellte für Bäderbetriebe tragen eine hohe Verantwortung und sollten daher auch ein großes Verantwortungsbewusstsein mitbringen. Bei der Arbeit als Schwimmmeister geht es im Ernstfall um Menschenleben. Um in einer Notsituation schnell eingreifen zu können, müssen Sie in der Lage sein, dem Badebetrieb über Stunden Ihre gesamte Konzentration und Aufmerksamkeit zu schenken. Für das Retten Ertrinkender ist zudem eine gewisse Grundfitness erforderlich.

Außerdem nützlich sind:

  • Selbstsicherheit,
  • Aufmerksamkeit
  • Durchsetzungsvermögen,
  • Sachlichkeit,
  • Verantwortungsbewusstsein,
  • Konfliktfähigkeit,
  • Vertrauenswürdigkeit,
  • Kommunikationsfähigkeit.

Häufig sind Fachangestellte für Bäderbetriebe auf sich allein gestellt und müssen Entscheidungen treffen. Somit ist eine eigenständige Arbeitsweise unverzichtbar. Für die Steuerung und Wartung von Anlagen und die Reinigung mit Chemikalien benötigen Sie überdies technisches Basiswissen. Darüber hinaus ist dieser Beruf mit viel Nähe zu Menschen verbunden, da Bademeister als Ansprechpartner bei Fragen fungieren und zum Teil auch für deren Versorgung verantwortlich sind.

Körperliche Voraussetzungen

Neben einer guten allgemeinen physischen Verfassung sind sehr gute Schwimmfähigkeiten wichtig. Zudem sollten Sie in der Lage sein, Verletzte zu tragen. Wind und Wetter dürfen kein Problem darstellen. In Frei- und Strandbädern kann es durchaus ungemütlich werden. Unverzichtbar sind außerdem ein gutes Sehvermögen und eine gute Beobachtungsgabe.

Arbeitszeiten

Die Arbeitszeiten von Schwimmmeistern beginnen oft sehr früh und können teilweise bis in die späten Abendstunden dauern. Da Schwimmbäder auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet haben, sollten Ihnen das Arbeiten an diesen Tagen nichts ausmachen. Aufgrund des Freibadbetriebes fällt im Sommer meist mehr Arbeit an als während der kalten Jahreszeit.

Abschlüsse & Qualifikation

Ein schulischer Abschluss ist als Voraussetzung zur Berufsausbildung nicht vorgeschrieben. Die meisten Unternehmen bevorzugen jedoch Auszubildende mit mittlerem Berufsabschluss.

Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe

Um die duale Ausbildung aufnehmen zu können, benötigen Sie einen Ausbildungsvertrag mit einem Ausbildungsbetrieb. Diese Unternehmen suchen sich ihre Auszubildenden nach eigenen Kriterien aus. Zusätzlich zur eventuell vorausgesetzten schulischen Vorbildung müssen Sie häufig auch folgende Bedingungen erfüllen:

  • Nachweis über die gesundheitliche Eignung (ärztliches Attest),
  • Vorlage eines Führungszeugnisses,
  • Nachweis über die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs,
  • Rettungsschwimmerschein.

Sind Sie noch keine 18 Jahre alt, brauchen Sie außerdem eine ärztliche Bescheinigung über eine Erstuntersuchung.

Die dreijährige duale Ausbildung absolvieren Sie abwechselnd in der Berufsschule und im Schwimmbad. Der Unterricht in der Berufsschule findet entweder an bestimmten Wochentagen oder als Blockunterricht statt. Neben allgemeinbildenden Fächern wie Mathematik, Deutsch und Sozialkunde stehen folgende Inhalte auf dem Stundenplan:

  • Organisation des Badebetriebs,
  • Bädertechnik (Pumpen, Filter),
  • Rahmenbedingungen der Öffentlichkeitsarbeit,
  • Grundlagen der Betriebsführung,
  • Schwimm- und Rettungslehre.

In der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt, nach Ende des dritten Jahres die Abschlussprüfung. Wenn Sie diese bestehen, dürfen Sie sich Fachangestellter für Bäderbetriebe nennen. Damit können Sie sich in allen Arten von Frei- und Hallenbädern und sonstigen Badeeinrichtungen um einen Job bewerben.

Als Quereinsteiger Bademeister werden

Den Quereinstieg in diesen Beruf können Sie auf verschiedene Weise verwirklichen. Zum einen bietet das Arbeitsamt entsprechende Umschulungen an, zum anderen ermöglichen einige Schwimmbäder eine berufsbegleitende Ausbildung in Teilzeit. Sie können aber auch versuchen, als Badewärter oder Badeaufsicht einzusteigen. Hierfür benötigen Sie mindestens das silberne Rettungsschwimmer-Abzeichen sowie einen gültigen Erste-Hilfe-Schein.

Gehalt und Lohnentwicklung

Grundsätzlich richtet sich das Gehalt von Bademeistern nach dem Bundesland und der Branche. Im Gastgewerbe ist das monatliche Einkommen in aller Regel geringer als im Öffentlichen Dienst.

Ausbildungsvergütung

Während ihrer Ausbildung erhalten künftige Fachangestellte für Bäderbetriebe eine monatliche Ausbildungsvergütung. Diese schlüsselt sich wie folgt auf (Stand: September 2021):

Hotel- und Gaststättengewerbe

  • 1. Lehrjahr: 625 bis 815 Euro
  • 2. Lehrjahr: 675 bis 950 Euro
  • 3. Lehrjahr: 775 bis 950 Euro

Öffentlicher Dienst:

  • 1. Lehrjahr: 1.043 Euro
  • 2. Lehrjahr: 1.093 Euro
  • 3. Lehrjahr: 1.139 Euro

Eine Ausbildung in rein schulischer Form (z. B. Berufsfachschule oder 1. Ausbildungsjahr als Berufsgrundbildungsjahr) wird nicht vergütet.

Bademeister-Gehalt nach der Ausbildung

Berufseinsteiger kommen auf durchschnittlich 2.000 bis 2.200 Euro brutto pro Monat. Nach einigen Jahren Berufserfahrung liegt der Verdienst im Öffentlichen Dienst bei rund 2.700 bis 3.600 Euro. Männliche Fachangestellte für Bäderbetriebe verdienen im Durchschnitt 150 Euro mehr als ihre Kolleginnen.

Nicht tarifgebundene Betriebe können die Entlohnung ihrer Mitarbeiter an entsprechende Tarifverträge anpassen. Eine Verpflichtung hierzu besteht jedoch nicht.

Wenn Sie sich zum Meister für Bäderbetriebe weiterqualifizieren, steigt das Gehalt auf monatlich rund 3.350 bis 5.600 Euro.

Typische Arbeitgeber

Zu den typischen Arbeitsorten der Fachangestellten für Bäderbetriebe zählen:

  • öffentliche und private Hallen- und Freibäder,
  • See- und Strandbäder,
  • Wellen- und Meerwasserbäder,
  • Erlebnis- und Wellnessbäder,
  • Thermen,
  • medizinische Badeeinrichtungen,
  • Krankenhäuser und Rehakliniken,
  • Kurbäder und
  • Fitnesszentren.

Eine Anstellung in Freibädern ist zum Teil auf die Freiluft-Badesaison begrenzt. In einigen Orten existieren Schwimmbäder-Verbünde, bei denen zum Freibad ein Hallenbad gehört. Dort wechseln Bademeister, die im Sommer draußen tätig sind, im Winter ins Hallenbad. Es gibt aber auch Freibäder, die ihre Fachangestellten für Bäderbetriebe während des ganzen Jahres beschäftigen. Im Winter stehen dann vor allem Pflege-, Reparatur- und Reinigungsarbeiten an.

Tipps: Sinnvolle Zusatzqualifikationen

Mit Zusatzqualifikationen erweitern Fachangestellte für Bäderbetriebe nicht nur Ihren Horizont, sie sind auch flexibler einsetzbar. Durch Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen verbessern sie ihre Berufsaussichten, machen ihren Arbeitsplatz sicherer und werden im besten Fall durch ein höheres Gehalt belohnt.

Anpassungsweiterbildung

Eine Anpassungsweiterbildung stellt sicher, dass Ihr berufliches Wissen auf dem aktuellen Stand bleibt und Sie keine neuen Entwicklungen verpassen. Denkbar wären Weiterbildungen in den Bereichen:

  • Erste Hilfe,
  • Sanitärtechnik,
  • Lüftungstechnik oder
  • Hygiene.

Auch der Trend, Drohnen für die Wasserrettung einzusetzen, kann sich zu einem interessanten Weiterbildungsthema entwickeln.

Weitere nützliche Zusatzqualifikationen wären:

  • Fremdsprachen: Erweiterte Sprachkenntnisse erleichtern Ihnen die Kommunikation mit Badegästen, die kein Deutsch sprechen.
  • Schwimmen: Schwimmkurse sind nach wie vor gefragt. Wenn Sie in der Lage sind, Ihr Wissen an andere weiterzugeben, kann das Vorteile bieten.
  • Massage: Wellnesseinrichtungen suchen häufig Bademeister, die sich auch mit Massagen auskennen. Hierfür benötigen Sie Kenntnisse zur körperlichen Anatomie (Muskeln und Gelenke), Massagetechniken sowie Behandlungstechniken.

Aufstiegsweiterbildung

Streben Sie eine Führungsposition an, empfiehlt es sich, die Prüfung als Meister für Bäderbetriebe abzulegen. Entsprechende Vorbereitungslehrgänge dauern in Vollzeit sechs Monate und im Blockunterricht sechs bis sieben Monate. Die Teilnahme an einem Lehrgang ist für die Zulassung zur Prüfung nicht verpflichtend.

Studium

Durch einen Bachelorabschluss z. B. in Sportmanagement und -ökonomie, Gesundheitssport oder Facility-Managment eröffnen Sie sich weitere Berufs- und Karrierechancen. Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie das Studium auch ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung aufnehmen. Möglich ist das beispielsweise, wenn Sie vorher die obengenannte Meisterprüfung erfolgreich absolvieren.

Fazit: Bademeister passt perfekt zu …

… Personen, die Wasser-verliebt sind, gern schwimmen, kontaktfreudig sind und keine Probleme haben über weite Strecken allein zu arbeiten. Möchten Sie in diesem Beruf tätig werden oder eine entsprechende Ausbildung aufnehmen, sollten Sie Fitness, Freude an der Arbeit mit Menschen sowie technisches Basiswissen mitbringen.
Vergessen Sie dabei aber nicht, dass Bademeister nicht nur am Beckenrand stehen und Badegäste beobachten. Einen Teil ihres Arbeitstages verbringen Fachangestellte für Bäderbetriebe damit, sich um technische Anlagen wie Umwälzpumpen und Filter sowie um die Wasserqualität zu kümmern. Auch Reinigungsarbeiten sollten kein Problem darstellen.