PH-Wert im Pool: Richtig messen & optimal einstellen

Was hat es mit dem pH-Wert auf sich? Wollen Sie erfahren, was der Wert aussagt und welche Rolle er für den Betrieb von Pools spielt? Ein zu hoher oder geringer pH-Wert kann eine ganze Reihe von Problemen verursachen: Durch regelmäßige Kontrolle und Anpassung des Säure-Base-Gleichgewichts im Wasser können sie zahlreiche Schwierigkeiten lösen.

Wir zeigen Ihnen, worauf Sie dabei achten müssen. Hier finden Sie die Themen in diesem Beitrag:

  1. Zusammenfassung
  2. Hintergründe zum pH-Wert
  3. Optimaler pH-Wert im Pool
  4. pH-Wert zu hoch
  5. pH-Wert zu niedrig
  6. Einflüsse auf pH-Wert im Pool?
  7. pH-Wert Abweichungen erkennen
  8. FAQ und Tipps zum pH-Wert

 

Das Wichtigste auf einen Blick

  • der pH-Wert gibt an, wie sauer oder alkalisch das Wasser im Pool ist
  • regelmäßige Messungen: 1-2 Mal pro Woche mit Teststreifen oder Messsonde
  • Optimum: pH 7,0 bis 7,4
  • Abweichungen führen zu Problemen: weniger wirksame Desinfektion, Trübungen oder Verfärbungen des Wassers, Korrosion, Haut- und Augenreizungen
  • zahlreiche Einflüsse auf pH-Wert: u. a. Speisewasser, Desinfektion, Niederschlag, Badebetrieb
  • Regulation des pH-Wertes: Zugabe von Mitteln zum Alkalifizieren/ Ansäuern

Hintergründe zum pH-Wert

Das Kürzel pH steht für die “potentia hydrogenii”, die Konzentration an Protonen , das heißt Wasserstoffionen. In Wasser stehen sie für den Grad an Säure oder Basizität. H ist das Elementsymbol des Wasserstoffs. Die mathematische Berechnungsform entspricht dem negativen dekadischen Logarithmus der Protonenkonzentration. Diese ist leider nicht ganz intuitiv: Je höher der pH-Wert, desto geringer die Protonen-Konzentration, je niedriger der pH-Wert, desto höher.

  • Der natürliche Wert liegt in hochreinem Wasser bei 7.
  • Säuren setzen Protonen frei, verringern den Wert also.
  • Basen absorbieren Protonen und erhöhen damit den pH-Wert.

Damit Sie sich ein besseres Bild machen können:

  • Batteriesäure hat einen pH-Wert von unter 1.
  • Zitronensaft liegt bei 2,4, Kaffee bei 5.
  • Auch die Hautoberfläche des Menschen ist leicht sauer mit pH 5,5.
  • Herkömmliche Seife ist mit pH 9-10 schwach basisch, Beton hat vor dem Abbinden 12,6 und Natronlauge erreicht sogar 14.

Optimaler pH-Wert im Pool

Der optimale Wert im Pool liegt bei 7,0 bis 7,4. Das sorgt dafür, dass gelöste Stoffe sich nicht absetzen und die Desinfektion des Systems gut funktioniert. Schwankt der Wert zu stark oder weicht er dauerhaft von diesem Optimum ab, riskiert man Trübungen oder Verfärbungen. Aber schon der pH-Wert von Leitungswasser variiert über einen größeren Bereich. Deswegen ist Kontrolle notwendig!

Zum Messen können einfache Teststäbchen verwendet werden. Deren Messfläche wird mit dem Wasser des Pools benetzt und verfärbt sich dann je nach pH-Wert. Anhand einer zum Messsystem gehörigen Farbtabelle liest man dann ab, was das Ergebnis bedeutet. Üblich sind Skalen mit rot = sauer, grün = neutral und blau = basisch. Profis können auch empfindliche Messgeräte nutzen, die den pH-Wert bis auf eine oder zwei Nachkommastellen genau ermitteln. Sie sollten den pH-Wert Ihres Pools regelmäßig einmal pro Woche überprüfen.

Wenn Sie den Redox-Wert des Pools bestimmen, wissen Sie, wie gut das Wasser desinfiziert wird. Dieser Wert ist auch von Temperatur und pH-Wert abhängig. Deswegen muss vor der Messung eine Anpassung des pH-Wertes erfolgen. Auch der dpd-Wert ist allein nicht aussagekräftig und hängt vom pH-Wer ab.

Der gemessene pH-Wert ist zu hoch

Ab einem Wert von 7,5 ist der pH-Wert zu hoch. Gegenmaßnahmen kann man bereits jetzt schon ergreifen.

  • Alkalisches Badewasser greift die Haut an, indem es den natürlichen Säureschutzmantel neutralisiert. Dieser sorgt dafür, dass vor allem die Mikroorganismen sich wohlfühlen, mit denen unser Immunsystem gut umgehen kann. Fehlt dieser Schutz, können z. B. schädliche Hefen und andere Hautpilze gut gedeihen. Auch den Körpergeruch beeinträchtigt dies nachteilig.
  • Darüber hinaus ist ein zu hoher pH-Wert ungünstig, weil er die Desinfektion des Wassers stört. Gerade die übliche Methode mit Chlor ist stark vom pH-Wert abhängig. Ist dieser zu hoch, macht sich auch ein unangenehmer Chlorgeruch bemerkbar.
  • Außerdem verringert ein hoher pH-Wert die Löslichkeit von Härtebildnern im Wasser. Es kann zu Kalkablagerungen und Trübungen führen.

Bei einem zu hohen pH-Wert Ihres Pools liegt dies meist schon am Wasser, das zum Befüllen des Beckens verwendet wird. Je nachdem, wie sich die Quellen des Leitungswassers zusammensetzen, wie es im Wasserwerk behandelt wird und auf welchem Weg es zu Ihnen kommt, kann es auch unterwegs Mineralien aufnehmen, die den pH-Wert erhöhen. Meist liegt die Ursache aber in zu hartem Wasser. Wasserhärte beschreibt den Gehalt an basischen Magnesium- und Calcium-Ionen, die in der Lage sind, Kalkablagerungen zu bilden.

Wie können Sie nun für eine Anpassung sorgen? Dafür kommt üblicherweise sogenanntes “pH-Minus” – Granulat zum Einsatz. Dieses wird in Wasser aufgelöst und dann je nach aktuellem pH-Wert und Fassungsvermögen des Beckens zudosiert. Nähern Sie sich dabei dem Zielwert von 7,2 (in der Mitte von 7,0 und 7,4) an und lassen Sie dem Mittel Zeit, sich gründlich zu verteilen. Wenn dann bei der Kontrollmessung der Zielwert noch nicht erreicht ist, können sie langsam nachdosieren.

 

Der gemessene pH-Wert ist zu niedrig

Ein pH-Wert von unter 7,0 in Ihrem Pool ist zu niedrig. Das kann zahlreiche Ursachen haben.

  • Der Haupteinfluss auf den pH-Wert des Wassers ist der Zustrom von Frischwasser. Der pH-Wert des Leitungswassers kann über einen Schwankungsbereich variieren, der größer ist als das pH-Optimum für den Badebetrieb. Geographische Faktoren an den Quellen des Leitungswassers und die Wasserbehandlung im Wasserwerk sorgen dafür, dass der Zustand des Frischwassers sich ändern kann.
  • Aber auch Menschen beim Baden sorgen mit Hautschweiß und Hautflora dafür, dass Stoffe eingetragen werden. Deswegen kontrollieren Sie bei höherer Badefrequenz auch häufiger den pH-Wert!
  • Auch Niederschlag in nicht abgedeckten Pools hat einen Einfluss, ebenso die Außen- und Wassertemperatur.

Ist der pH-Wert zu niedrig, kann dies zu vermehrtem Wachstum von Bakterien führen. Die Desinfektion mit Chlor wird weniger effizient, weil das aktive Chlor weniger stabil ist. Außerdem beeinflusst ein zu niedriger pH-Wert sie Löslichkeit einiger Salze im Wasser. Diese fallen aus und sorgen für Trübungen oder Beläge. Ein weiteres Problem ist Korrosion: Saures Wasser kann insbesondere Metallteile angreifen. Das löst weitere Salze im Wasser, die dann an anderer Stelle für Schwierigkeiten sorgen.

Was können Sie bei einem zu geringen pH-Wert tun? Dasselbe wie bei einem zu hohen Wert: Für Poolbetreiber stehen Chemikalien zur Verfügung, die helfen, den richtigen pH-Wert einzustellen. Dosieren Sie in Wasser aufgelöstes “pH-Plus”-Granulat zu. Dabei berücksichtigen Sie die Herstelleranleitung und die Wassermenge in Ihrem Pool. Als Zielwert nehmen Sie einen pH von 7,2 an. Ist er nach der ersten Korrektur noch nicht erreicht, dosieren Sie langsam nach, bis das Optimum eingestellt ist.

 

 

Was beeinflusst den pH-Wert im Pool?

Laut Trinkwasserverordnung muss unser Leitungswasser einen pH-Wert im Bereich von 6,5 bis 9,5 haben. Bei niedrigen pH-Werten dürfen keine Kupferrohre oder Teile aus verzinktem Stahl verbaut werden. Auch zementhaltige Werkstoffe werden von saurem Wasser angegriffen. Deswegen strebt man den neutralen bis schwach alkalischen Bereich an. Tendenziell ist weiches Wasser günstiger.

  • Der wichtigste Einfluss auf den pH-Wert ist die geographische Lage bzw. der geologische Ursprung des Wassers. Darüber hinaus behandelt das Wasserwerk das Wasser noch, um bei Abweichungen von Zielwerten für eine Korrektur zu sorgen. Dieses Leitungswasser speist ihren Pool und ist daher der wichtigste Faktor für dessen pH-Wert.
  • Über die Temperatur verändert sich die Löslichkeit von Salzen und damit auch der pH-Wert im Pool. Salze setzen sich in Lösung aus Ionen zusammen, die unterschiedlich stark sauer oder basisch reagieren. Auch das Wasser selbst hat je nach Temperatur einen anderen Neutralpunkt: In kaltem Wasser steigt der pH-Wert leicht, bei sehr warmem Wasser sinkt er. Deswegen müssen bei Hitze darauf achten, dass sie noch im Optimum liegen.
  • Niederschläge haben ebenfalls einen Einfluss: Regen ist nicht neutral, sondern nimmt in der Luft Substanzen und Stäube auf, die den pH-Wert beeinflussen. Meist sind Niederschläge nicht neutral, sondern leicht sauer, v. a. durch Schwefel- und Stickoxide.
  • Je mehr Menschen pro Tag den Pool nutzen, desto mehr Schweiß und abgeschwemmte Hautzellen gelangen ins Wasser. Auch die darin enthaltenen Stoffe verändern den pH-Wert – meist in Richtung einer saureren Lösung. Deswegen ist bei höherer Badefrequenz eine häufigere Kontrolle angezeigt.

Was kann man tun?

  • Um den Pool sauber zu halten, verwenden Sie entweder die Zugabe von Chemikalien oder andere technische Lösungen. Sie alle verändern die Ionenzusammensetzung im Wasser und damit den pH-Wert. Auch bei der Salzelektrolyse oder der Desinfektion mittels UV-Bestrahlung kommt es zu chemischen Reaktionen. Deren Produkte sind oft ebenfalls saurer oder basischer als neutrales Wasser.
  • Ist der Pool mit viel organischen Inhaltsstoffen belastet, kommt es zur Vermehrung von Bakterien und Algen. Deren Stoffwechsel hat ebenfalls Auswirkungen auf die Wasserqualität und den pH-Wert.
  • Bei mangelnder Desinfektion und Reinigung kommt es daher oftmals zu einer Versauerung Ihres Wassers. Das wiederum kann die Effektivität von bestehenden Desinfektionsmaßnahmen weiter verringern. Ein Kreislauf, den man zuerst durch Korrektur des pH-Wertes und dann durch Anpassung der Desinfektion durchbricht.

 

 

 

pH-Wert Abweichungen erkennen

Wir besprechen hier einige übliche Probleme, die Ihnen bei Betrachtung der Wasserqualität auffallen können. Was ist die Ursache und wie können Sie diese beheben?

  • trübes und schmutziges Wasser: Ausfallende Salze lassen sich mit Flockungsmitteln und der Filteranlage abtrennen, Bakterienwachstum kann durch kontrollierte Desinfektion gestoppt werden. In beiden Fällen ist die Kontrolle des pH-Wertes wichtig.
  • grüne und glitschige Poolwände: Ursache ist Hauptsächlich Algenwachstum. Spezialisierte Algizide helfen. Oftmals ist hier der pH-Wert auch zu niedrig.
  • braunes Wasser: Hier handelt es sich oft um Eisen- oder Kupfersalze, Ursache ist ein zu hoher oder zu niedriger pH-Wert; führen Sie eine Messung durch und passen Sie den Wert an
  • milchiges Wasser: Kalkablagerungen im Wasser entstehen bei zu hohem pH-Wert oder zu hartem Wasser; messen Sie den pH-Wert und senken Sie ihn ggf.; zu hartes Wasser kann durch Ionenaustauscher reguliert werden
  • unangenehmer Geruch: Chlorgeruch tritt v. a. bei zu hohem pH-Wert auf oder wenn die Konzentration an aktivem Chlor zu gering ist; Aufschluss erhalten Sie durch eine Messung von pH-Wert und Chloraktivität; hier können pH-Wert-Anpassung, Schockchlorung und Flockungsmittel helfen
  • gereizte Augen und Haut nach dem Baden: gebundenes Chlor, z. B. Chloramine, können reizend wirken; eine mögliche Ursache kann ein zu hoher pH-Wert sein; wenn die Messung einen Wert zwischen 7,0 und 7,4 ergibt, ist das Wasser zu stark verunreinigt und sollte ausgetauscht werden – Entweder vollständig oder langsam durch Erhöhung der täglichen Frischwasserzugabe

 

FAQ und Tipps zum pH-Wert

  • Salzwasserpools: Auch wenn Sie sich für einen Salzwasserpool entschieden haben, gilt der optimale pH-Bereich von 7,0 bis 7,4. Nur so stellen Sie sicher, dass das bei der Elektrolyse erzeugte aktive Chlor optimal zur Desinfektion beiträgt. Auch unangenehmen Chlorgeruch oder Augenreizungen vermeiden Sie so. Darüber hinaus ist bei Salzwasser ein neutraler Wert noch wichtiger, um Korrosion zu verhindern.
  • Technische Hilfsmittel: Automatische Dosieranlagen erlauben es Ihnen, die Wasserwerte ohne viel Aufwand konstant zu halten. Die richtige Installation und Durchmischung des Wassers ist dabei sehr wichtig: Die Messanlage reagiert nur korrekt, wenn das anströmende Wasser auch den gesamten Pool abbildet. Auch für den richtigen Cl-Wert gibt es automatisierte Lösungen. Diese können jedoch nur dann funktionieren, wenn sie regelmäßig und sorgfältig kalibriert werden.
  • Hausmittel: Wer den pH-Wert im Pool mit sanften Mitteln regulieren will, kann zu bewährten Hausmitteln greifen. Nutzen Sie Natron, um den pH im Pool zu erhöhen. Wer dagegen Essig zugibt, um den Wert zu senken, muss auch Chlor nachdosieren. Essig wird von einigen Bakterien verstoffwechselt und führt zu mehr Wachstum.
  • Häufige Schwankungen: Wenn der pH-Wert häufig stark schwankt, sollten sie eine umfassende Ursachenforschung betreiben. Ändert sich die Badefrequenz häufig? Ist der Pool abgedeckt oder regnet es ins Becken hinein? Gibt es Probleme bei der Wasserversorgung? Auch Korrosion oder die falsche Dosierung von Chemikalien und Reinigungsmitteln können für Probleme sorgen.
  • Den Pool überwintern: In kaltem Wasser wachsen weniger Algen und Bakterien. Es findet im Winter auch kein Badebetrieb statt, der viele Verunreinigungen einträgt, die Wasseroberfläche wird abgedeckt. Deswegen ist der Chlorgehalt niedrig einzustellen, damit es nicht zu Korrosion kommt. Auch hier achten Sie auf das pH-Wert-Optimum von 7,0 bis 7,4.